Hochwasserschutz Petersbach Graz

Für einen Hochwasserschutz des Petersbaches wurde im Rahmen des Sachprogramms Grazer Bäche 2006 ein Gesamtkonzept erarbeitet, das einen Schutz gegen Ausuferungen bis zu 100-jährlichen Hochwasserereignissen bietet.

  • Das Hochwasserschutzprojekt beinhaltet insgesamt 5 Bauabschnitte, von denen drei bereits fertig gestellt wurden, eines gerade umgesetzt wird und das 5. sich in der Einreichplanung befindet.
  • Die Maßnahmen umfassen die Errichtung von 2 Hochwasserrückhaltebecken und den Linearausbau auf einer Gesamtlänge von über 6 km im dicht bebauten Stadtgebiet.
  • Die Hydroconsult zeichnet sich für die wasserrechtliche Einreichplanung aller 5 Bauabschnitte, die Ausschreibungs- und Ausführungsplanung sowie die Durchführung der wasserrechtlichen bzw. wasserbautechnischen Bauaufsicht für die errichteten bzw. in Bau befindlichen Bauabschnitte verantwortlich.
  • Die IKK Engineering hat als Subunternehmer der Hydroconsult die statisch-konstruktive Bearbeitung der ersten 4 Bauabschnitte durchgeführt.   

 

 

 

«Die Hydroconsult GmbH ist ein langjähriger Partner in der Bearbeitung von Gewässerprojekten der Landeshauptstadt Graz. Das Unternehmen verfügt über profunde Kenntnisse hinsichtlich der bereits erledigten, derzeit in Ausarbeitung befindlichen und zukünftig noch offenen Schritte zur Erreichung der Ziele des Sachprogrammes Grazer Bäche und ist aus dem Grazer Planungsraum nicht mehr wegzudenken.»
Robert Wiener, Magistrat Graz, Abteilung Grünraum und Gewässer, Abteilungsvorstand

Facts & Figures

Fertigstellung

2025

Baugattung

Wasser und Umwelt

Bauart

Neubau

Branche

Hochwasserschutz

Ausgeführte Arbeiten

Hochwasserschutzstudie, Wasserrechtliche Einreichplanung, Ausschreibungsplanung, Ausführungsplanung, Baubegleitung, Wasserrechtliche bzw. wasserbautechnische Bauaufsicht, Baustellenkoordination, Kosten-Nutzen-Untersuchung

Projektmanager

DI Thomas Scaria, Hydroconsult GmbH

Bauherr

Stadt Graz, Abteilung für Grünraum und Gewässer

Auftraggeber

Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 14 Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit

Bausumme

Ca. 24,0 Mio. Euro

Projektbeschreibung

In der Vergangenheit haben Hochwässer des Petersbaches wiederholt zu Überflutungen im Grazer Bezirk St. Peter und zu Schäden an zahlreichen Objekten geführt. Für einen Hochwasserschutz des Petersbaches wurde im Rahmen des Sachprogramms Grazer Bäche 2006 von der Hydroconsult GmbH ein Gesamtkonzept erarbeitet, das einen Schutz gegen Ausuferungen bis zu 100-jährlichen Hochwasserereignissen bietet. Dieses mehrteilige Schutzkonzept für den Petersbach besteht im Wesentlichen aus den folgenden Anlagenteilen bzw. Ausbauabschnitten:

  • Sanierung und Ertüchtigung der Überdeckungsstrecke im Bereich der St. Peter-Hauptstraße mit 450 m Länge (1. BA)
  • Errichtung einer 2. Verrohrung mit 100 m Länge unter der Ostbahn und Liebenauer Hauptstraße (2.BA)
  • Linearausbau des Unterlaufes von der St. Peter-Hauptstraße bis zur Mündung in die Mur mit ca. 3.2 km Länge (3. BA)
  • Errichtung eines Rückhaltebeckens (RHB-St. Peter) und Linearausbau des Mittellaufes des Petersbaches (4. BA)
  • Errichtung einer Rückhalteanlage im Bereich „Petri Au“ inkl. Linearausbaumaßnahmen am Oberlauf (5. BA)

Der Linearausbau des Unterlaufes wurde zwischen November 2013 und Juli 2015 errichtet. Unter zum Teil sehr beengten Platzverhältnissen konnte ein Abflussquerschnitt realisiert werden, der den durch die beiden Rückhaltebecken reduzierten HQ100 – Abfluss schadlos abführen kann. In einigen Gewässerabschnitten konnten darüber hinaus zusätzliche Bereiche für eine ökologische Gestaltung und als Naherholungsraum für die Bevölkerung geschaffen werden. Die Maßnahmen umfassten neben der Gerinneaufweitung die Errichtung von HWS-Dämmen und Mauern sowie von begleitenden Geh- und Radwegen. Zusätzlich zu einer bestehenden Verrohrung wurde ein über 100 m langer Rohrdurchlass DN 1600 im Pressvortrieb unter einer Bahnstrecke und einer Landesstraße hergestellt.

Die überdeckte Strecke des Petersbaches im Ortszentrum von St. Peter wurde im Zuge einer Landesstraßensanierung vorgezogen 2010 bis 2011 teilweise neu errichtet. Die unter einer stark befahrenen Hauptverkehrsverbindung liegende Konstruktion wies ursprünglich auf Grund der örtlichen Gegebenheiten wechselnde Querschnitte, enge Radien und eine geringe Überdeckung auf. Die neue Überdeckung wurde mit einem lichten Querschnitt von 2.8 x 1.1 m ausgeführt.

Das Rückhaltebecken in St. Peter und der begleitende Ausbau des Petersbach – Mittellaufes ist derzeit gerade in Bau. Das Becken wird als Nebenschlussbecken ausgeführt und einerseits aus einem ca. 2 m hohen Damm im Bereich eines bestehenden Teiches und aus einer großflächigen Geländeabsenkung gebildet. Die Fertigstellung dieses Bauabschnittes ist im Frühjahr 2021 vorgesehen.

Der Ausbau des Oberlaufes und die Errichtung eines 2. Rückhaltebeckens ist derzeit gerade in der wasserrechtlichen Einreichplanung. Auch hier ist die Planung aufgrund sehr beengter Platzverhältnisse sehr herausfordernd. Für den Linearausbau erfolgte erstmals die Zuordnung der Bemessungsabflüsse für die einzelnen Gewässerabschnitte auf Basis einer 2d-hydraulischen Niederschlags-Abflussmodellierung.

«Die Lage im dicht verbauten Stadtgebiet ist eine große Herausforderung aber auch Chance. »
Thomas Scaria, Projektleiter, Hydroconsult GmbH

Überfliegung Petersbach Juni 2015

Impressionen

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